Backstage ...

 

Hinter jedem erfolgreichem Mann steht (normalerweise) eine starke Frau …?

Im Fall der JBK Arthur Engeser ist es eine großartige Anzahl von freiwilligen Helferinnen und Helfern, ohne die der große Erfolg in der Öffentlichkeit undenkbar gewesen wäre.

Die große »unsichtbare« Helfergemeinschaft der JBK, mit der Stadtkapellmeister Arthur Engeser immer rechnen konnte.

Eine so lebendige und erfolgreiche Jugendgemeinschaft wäre ohne den Idealismus und den unermüdlichen Einsatz einer großen Zahl ehrenamtlich engagierter Erwachsener nicht möglich gewesen. Die Vorstandschaft des Vereins „Jugendblaskapelle e.V.“ setzte sich im Wesentlichen aus Eltern der Jugendlichen zusammen, an deren Spitze immer der jeweilige Präsident stand. Es ist der Gemeinschaftsgeist und das beispielhafte Miteinander zwischen den Jugendlichen und ihrem Dirigenten, den einsatzbereiten Vorstandsmitgliedern und den vielen Freunden der Jugendblaskapelle, die deren Erfolg ausmachten. Diese verbindende und stetig gewachsene Euphorie, etwas aus der Heimat hinauszutragen in die weite Welt, und dies als Botschaft der Freude und der Freundschaft auch erklingen zu lassen, wurde als ein zentrales Anliegen durch diese große Hilfsbereitschaft erst ermöglicht.

JBK Vorstandschaft mit Stadtkapellmeister Arthur Engeser 1984

Eine imposante Zahl von zehn Vorständen begleitete Arthur Engeser hilfreich und erfolgreich in seiner 38jährigen Dirigentschaft bei der Jugendblaskapelle Sonthofen.

1985 Choraufstellung der Vorstände in Kempten

Andreas Burger war noch Vorstand des Musikvereins Sonthofen (ab 1963 Stadtkapelle) und förderte die sinnvolle Idee der Jugendausbildung der zukünftigen JBK. Es folgten die Vorstände Armin Müller (1956-1959), Lorenz Schweier (1960-1962), Karl Kreuzer (1963-1964), Wenzel Hrdina (1964-1965), Herbert Mägdefrau (1966-1967), Franz Xaver Hefele (1968-1975), Fritz Rösch (1976-1981), Manfred Schmid (1982-1992) Peter Rödig (ab 1993)

Trompetensolist Prof. Wolfgang Guggenberger  

Wolfgang Guggenberger verdankt dem Verbringen seiner Jugend im Oberallgäu sehr viel. Entscheidenden Einfluss daran hatte Arthur Engeser mit einer Initiative in der Volksschule, über die er Nachwuchsmusiker für seine Jugendblaskapelle suchte.

Ehrung für den "Jugend Musiziert" Preisträger Wolfgang Guggenberger, durch Stadtkapellmeister Arthur Engeser, 1975
JBK mit Arthur Engeser an Sylvester 1971
JBK in Rottweil 1974

Mit zehn Jahren ging er ohne Wissen der Eltern zu einem „Schnuppernachmittag" bei der später so erfolgreichen Kapelle JBK. Zum Ausprobieren bekam er ein „Flügelhorn", bei dem er spontan einen vollen Ton herausbrachte und so seine »Aufnahmeprüfung« bestanden hatte. Bereits nach einem Jahr erhielt er von den Eltern die erste eigene Trompete.

Von Arthur Engeser schwärmt Prof. Guggenberger noch heute in voller Anerkennung und Dank­barkeit: »Er war jemand, der pädagogisch und musikalisch motivieren konnte, ein sehr entschei­dender Punkt für junge Leute«.

Dank an Wolfgang Guggenberger 1985

Mit 18 Jahren wurde er Bundessieger von »Jugend musiziert« und erhielt den „Europäi­schen Preis der nationalen Musikverbände. Es folgten Stu­dium am Münchner Richard-Strauß-Konservatorium, der Sieg beim »Deutschen Musikwettbewerb« und die Aufnahme in die Künstlerliste des »Deut­schen Musikrates«.  Ein Studium bei Vinzent Chichowicz, Bud Herseth und Arnold Jacobs' vom Chicago Symphony Orchestra prägte seine bläserische und pädagogische Ent­wicklung entscheidend. Ab 2005 wurde er zum Professor für Trompete an die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen berufen.

Konzert der Ehemaligen JBK 1985

Vizedirigent Prof. Rudolf Deil

Auch der fleißigste Dirigent braucht von Zeit zu Zeit eine Entlastung. Dies bot sich auch ganz schnell aus eigenem Umfeld an. Als begabter Tenorhornbläser und mit zufällig entdeckten Fähigkeiten, schaffte es Rudi beginnend ab 1957 schon nach fünf Jahren seinem Dirigenten auszuhelfen und ihn zu entlasten.

Rudi mit Tenorhorn 1957

Bald wurde Rudi die große Entdeckung aus den eigenen Reihen und ab 1962 zum »Vizedirigenten« der Kapelle ernannt. Als solcher war er als stellvertretender Dirigent und für die Proben mit den Orchestermitgliedern mit großer Hingabe bis 1979 zuständig und tätig.

Vizedirigent Rudi 1969
Vizedirigent Rudi bei der Parade 1976
JBK und Stadtkapellmeister Arthur Engeser nimmt Abschied von Rudi Deil 1979

Heute ist Prof. Rudolf Deil ein anerkannter Architekt und Denkmalpfleger in der Schweiz/Deutschland und ein immer gern gesehener Gast bei der JBK in Sonthofen.

Prof. Rudi Deil dirigiert die Ehemaligen der JBK 2016
Chronologie
  • 1955 Gründung der Jugendblaskapelle. Beginn der Probenarbeit im Wartesaal des Alten Bahnhofs mit 30 Interessenten
  • 1956 Erster Auftritt beim Weihnachtskonzert
  • 1957 Weihnachtskonzert mit den neuen blauen Musikerhemden mit Stadtwappen
  • 1958 Teilnahme am 1. Bayrischen Jungbläsertreffen in Dachau
  • 1959 Teilnahme am 2. Bayrischen Jungbläsertreffen ins Gersthofen. Einkleidung der JBK in Sonthofer Tracht nach historischem Vorbild
  • 1960 Teilnahme am 1. Bayerischen Landesmusikfest in Erlangen 1. Rundfunkstandkonzert
  • 1961 Oster-Reise nach Belgien. 2. Rundfunkstandkonzert Teilnahme am 9. Bundesmusikfest im Krumbach
  • 1962 1. Frühjahrskonzert auf der »Burg«. 3. Rundfunkstandkonzert in Pfronten
  • 1963 Stadterhebungsjahr: Uraufführung der »Sonthofer Stadtfanfare« von Willy Schneider. Internationale Jugendmusiktage in Sonthofen.
  • 1964 1. Schallplatte der Jugendblaskapelle. Reise nach Wien (Landesmusikfest).
  • 1965 Teilnahme am 2. Bayerischen Landesmusikfest in Erlangen Konzertreise nach Irland
  • 1966 Teilnahme am Internationalen Hafenkonzert in Lindau (Rundfunkübertragung)
  • 1967 Reise nach Sligo/Irland und Wervik/Belgien
  • 1968 Fernsehaufnahmen »Junge Herzen – heller Klang«
  • 1969 Teilnahme am »Europees Muziekfestival« für die Jugend in Neerpelt/Belgien. Rundfunk und Schallplattenaufnahmen Konzertreise nach Aix-en-Provence/Frankreich
  • 1970 Reise zur Stadt Haag/Österreich Teilnahme am 3. Bayrischen Landesmusikfest in Memmingen
  • 1971 Fahrt nach Neustadt/Marburg. Reise nach Aix-en-Provence/Frankreich. 1. LP Aufnahme »Vom Allgäu in die weite Welt«
  • 1972 Oster-Reise nach Menen/Belgien Konzertreise nach Pinkafeld im Burgenland/Österreich
  • 1973 Mitwirkung bei der Fernsehsendung »Räuber und Gendarm« in Sonthofen Rundfunkaufnahmen in München. 12. Bundesmusikfest des ASM in Sonthofen
  • 1974 Oster-Reise nach Menen und Wervik/Belgien. Zu Gast beim Jubiläumskonzert des Musikvereins Rottweil-Bühlingen Teilnahme am Europäischen Jugendmusikfest in Krumbach Erstes Ferienzeltlager am Grüntensee 2. LP Aufnahme »Konzert für alle«
  • 1975 JBK wird in Chur/Schweiz zum Ehrenmitglied des dortigen Jugendorchesters ernannt
  • 1976 Reise zur Stadt Haag/Österreich. Herbstkonzert in Trossingen.
  • 1977 Oster-Reise nach Belgien, zu Gast in St. Tönis. 3. LP Aufnahme »Klingende Reise«
  • 1978 Oster-Reise nach Harrogate/Mittelengland zum Internationalen Jugendmusik-Festival. Uraufführung der »Sonthofer Suite« von Ernest Majo.
  • 1979 2. Reise nach Sligo/Irland. Konzert in Neustadt/Hessen
  • 1980 25 Jahre Jugendblaskapelle. Intern. Jugendmusikfest in Sonthofen. Reise zur Stadt Haag und Wien. 4. LP Aufnahme »Freude durch Musik«
  • 1981 Reise nach Kanada (Toronto und Grimsby)
  • 1982 Zu Gast in Eutin und Roskilde/Dänemark
  • 1983 Fahrt nach Menen/Belgien und Lüdenscheid 5. LP Aufnahme »Freude durch Musik II«
  • 1984 Teilnahme am Intern. Jugendmusikfestival in Harrogate/England Konzerte in Rottweil und Chur/Schweiz 6. LP Aufnahme »Erfolgsmärsche«
  • 1985 30 Jahre Jugendblaskapelle. Bayrisches Landesmusikfest Kempten.
  • 1986 Konzertreise in die USA
  • 1987 Konzertreise nach Celle
  • 1988 Teilnahme Bezirksmusikfest Wildpoldsried. Konzertreise nach Österreich, Salzburg, Wien, Steyer.
  • 1989 Konzertreise nach Harrogate/England. 7. Aufnahme MC »35 Jahre JBK«
  • 1990 Festkonzert 35 Jahre JBK. Reise nach Ungarn und Chur/Schweiz.
  • 1991 Konzertreise nach Ostholstein/Mecklenburg –Vorpommern
  • 1992 Konzertreise nach Spanien zum Musikwettbewerb in Callelas
  • 1993 JBK Abschied nach 38 Jahren von Arthur Engeser.

Motto des Pfälzischen Musikverband (Prof. Schneider) Gründer Emil Strauß 1965:  »Schickt die Jugend zum Singen und Blasen, dann ist sie weg von Gassen und Straßen«.

Als Arthur Engeser in Harrogate das Tanzbein hob, mutierte »Boogie Forever «zum »King Arthur Hop«

»Er hat in Sonthofen acht Vorstände und im ASM drei Präsidenten erlebt – wer das aushält, muss aus starkem Holz geschnitzt sein« lobte Karl Kling ASM Präsident 1985

Aus einem Aufsatz »Mein Vater«( schreibt eines der drei Engeser-Kinder, 9-jährig): »Nach dem Essen hält er immer einen Mittagsschlaf. Dann isst  er einen Apfel und geht fort. Morgens ist er meistens wieder zu Hause«

Manfred Schmid: am 23.06.1988  »Mit Zwölf hat er als Kontrabassist bei Otto Gogl angefangen – da brauchte er noch einen Hocker um bis oben hinzulangen«

Arthur Engeser zu Rolf Werner: … Also Rolf, wenn wir in Eutin den Ton angeben könnten, dann ging‘s hier aber humba humba, tätarä, tätarä …

JBK Musiker schreibt Entschuldigung an Arthur Engeser: (ca.1965) Sehr geehrter Herr Engeser! Bitte entschuldigen sie mir, dass ich die gestrige Musikprobe nicht besuchen konnte. Mein Vater kam gestern Abend um ½ 7 Uhr ziemliche betrunken nach Hause. Ich hoffe, dass Sie dafür Verständnis haben. Tenorhornist (Schüler).

Das Letzte zum Schluß

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