1940 ...

Der 2. Weltkrieg verpflichtete ihn nicht nur als Luftwaffenhelfer, sondern ermunterte ihn auch tatkräftig seiner geliebten Musik zu dienen.

Luftwaffenhelfer in Augsburg 1944
Trompeter Arthur im friedlichen Bläserquartett 1942 (2.v.l.)

Sein stabiles, musikalisches Rüstzeug beginnen zu sammeln konnte er ab 1939 in Schlagzeug, Trompete und Kontrabass und ab 1945 erfolgte dann die Vertiefung an der privaten Musikschule Gogl, bei Otto Gogl in Sonthofen.

Arthur am Bass 1949
Arthur bläst in der Kapelle 1945
Sein Musiklehrer Otto Gogl an der Musikschule in Sonthofen ab 1945

Als Trompeter in der Musikkapelle Sonthofen (Vorläufer der Stadtkapelle) begannen seine zukünftigen musikalisch, pädagogischen Pläne für eine erfolgreiche Jugendarbeit zu reifen.

Musikkapelle Sonthofen 1947 (2R.3.v.l.)

Zu seiner Vertiefung der Musik gehörte auch das frühe Mitwirken als Kontrabassist in einem Klassikensemble, wie dem Kirchenorchester in Sonthofen.

Kontrabassist im Kirchenorchester 1949 (OR: 2.v.l.)

Schuldirektor Engeser erzählt:

VOLKSSCHULE HIRSCHGUND

»Im September des Jahres 1949 trat ich als junger Lehrer meine erste Dienststelle an der Volksschule in Hirschgund an. Der romantisch gelegene Ort im engen Tal zwischen Piesenkopf und Gottesackerwände bestand damals aus einem Gasthaus, einem Land­wirtschaftsgebäude und einem Forsthaus. Ich wurde mit der Leitung der Schule beauftragt (eine Dienst­stellung, die ich in meiner späteren Lehrerlaufbahn nie mehr erreichen sollte), die drei Jahrgänge mit insgesamt vier Schülern umfasste. Den zweiten Jahrgang besuchte Otto, den fünften Jahr­gang Berta und Hans-Peter, den sechsten Jahrgang Philipp. Alle vier Schüler waren Geschwister und entstammten der Familie Hans Schratt, die damals das Gasthaus Hirschgund bewirtschafte­te und eine kleine Landwirtschaft umtrieb.

Klassenbild Hirschgund 1949
Schule in Hirschgund

Mein Vorgänger Kol­lege Viegert hatte zwei Jahre mit Familie in Hirschgund gelebt und unterrichtet. Sachträger der Schule Hirschgund war die Gemeinde Balderschwang. Der Unterricht fand in einem Gästezim­mer statt und verlief genau nach den vorgeschriebenen Stunden­plänen und den damals geltenden Stoffplänen. So war ich gehal­ten, für jeden Jahrgang einen detaillierten Lehrplan zu erstel­len. Im Herbst 1950 erhielt ich meine erste Schulvisitation durch Herrn Schulrat Ritter von Neubert und Fortbildungsleiter Gustav Thaute.

Angesichts der beiden gewichtigen Männer ver­schlug es meinem einzigen Schüler Otto - im zweiten Jahrgang - wortwörtlich die Sprache und meine für diesen Jahrgang vorbe­reitete Unterrichtsstunde war ein sprachlos machender  Misserfolg. Die Beurteilung dieser Schulvisitation fiel dann auch entsprechend aus. Mehr Glück hatte ich mit meiner Zulassungsarbeit zur zweiten Lehr­amtsprüfung mit den Thema "Eigenarten weltabgeschiedener Kin­der", die eine gute Bewertung erhielt. Im Winter 1950 musste ich auch die beiden Schüler Hartmut und Christl in Rohrmoos betreuen, da diesen der sieben Kilometer lange Weg bei hohem Schnee, nach Tiefenbach nicht zumutbar war.

So pendelte ich zwischen Hirschgund und Rohrmoos hin und her und unterrichtete je drei Tage in der Woche an den beiden Orten. Regelmäßig musste ich außerdem die Fortbildungstagungen für Junglehrer in Sonthofen besuchen: Die 30 Kilometer lange Strecke legte ich im Sommer mit dem Fahrrad, im Winter bis Langenwang mit den Skiern und von dort mit dem Zug zurück. Manchmal fuhr ich mit den Skiern im Schlittschuhschritt auf der B19 bis Sont­hofen. Je nach Schneelage wählte ich auch den 60 Kilometer langen Umweg über Sibratsgfäll, Hittisau, Aach, Oberstaufen nach Sont­hofen. So war ich zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jedem Wetter unterwegs und erlebte in stockdunklen und stürmischen Nächten oft unheimliche Situationen.

Verschneite Wege des Schuldirektors Engeser
Der Skifahrende Schuldirektor 1949
Lebenssplitter
  • Arthur Robert Engeser geboren am 23.06.1928 in Langenneufnach, Kreis Schwabmünchen. Sohn von Katharina und Fritz Engeser. Seit 1932 wohnhaft in Sonthofen.
  • 1957 Hochzeit, 3 Kinder mit Frau Erika
  • 1982 Verwitwet
  • 1987 Hochzeit mit Frau Rosel
Berufliche Ausbildung:
  • 1935 – 1939 Volksschule Sonthofen
  • 1939 – 1948 Oberrealschule Oberstdorf
  • 1948 Abitur
  • 1948 - 1949 Lehrerbildungsanstalt in Lauingen
  • 1949 1. Lehramtsprüfung
  • 1949 – 1952 Lehrer in Hirschgund, Immenstadt und Oberstdorf
  • 1952 2. Lehramtsprüfung
  • 1952 – 1954 Lehrer in Langenwang
  • 1954 – 1988 Lehrer an der Hauptschule Sonthofen
  • 1969 Ernennung zum Oberlehrer
  • 1988 Versetzung in den Ruhestand
  • 1966 – 1996 Kreisrat
Musikalischer Lebenslauf:
  • 1939 Musikunterricht in Schlagzeug, Trompete und Kontrabaß
  • 1945 – 1948 Musikstudium an der Privatmusikschule Gogl
  • 1947 - 2007 Kontrabassist in der Orchestervereinigung OA
  • 1947 – 1955 Trompeter in der Stadtkapelle Sonthofen
  • 1954 Dirigentenvorkurs beim ASM
  • 1955 Gründung der JBK Sonthofen, 38 Jahre Dirigent und Leitung
  • 1958 Dirigentenprüfung am Hochschulinstitut für Musik in Trossingen
  • 1959 – 1970 Bezirksjugendleiter des Bez. 2 im ASM
  • 1963 – 1966 Bezirksdirigent des Bez. 2 im ASM
  • 1969 – 1991 Bundesjugendleiter im ASM
  • 1969 – 1981 Dirigent der Stadtkapelle Sonthofen
  • Fachberater für Blasmusik bei der Reg. V. Schwaben
  • 1973 Berufung zum Stadtkapellmeister Sonthofen
  • 1976 – 1990 Landesjugendleiter des Bayr. Musikbundes
  • 1970 – 2000 Wertungsrichter
Auszeichnungen:
  • 1971 Goldene Ehrennadel des JBK Sonthofen
  • 1973 Berufung zum ehrenamtlichen Stadtkapellmeister
  • 1978 Bundesverdienstkreuz am Bande
  • Ehrenring der Jugendblaskapelle Sonthofen
  • Goldene Ehrennadel der Stadtkapelle Sonthofen
  • 1980 Große goldene Verdienstmedaille des ASM
  • 1988 Goldener Ehrenring der Stadt Sonthofen
  • Berufung zum Ehrendirigent der Stadtkapelle Sonthofen
  • Verdienstorden des Verbandes bayr.-schwäb. Fastnachtsvereine
  • 1989 Silberne Ehrennadel der SFZ Sonthofen
  • 1990 Goldenes Verdienstkreuz der CISM (it. Blasmusikverband)
  • 1993 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der BRD
  • Berufung zum Ehrenbundesjugendleiter des ASM
Leistungen im Ehrenamt:
  • Gründung und Leitung der JBK über 38 Jahre
  • Musikalische Ausbildung von vielen hundert Jugendlichen
  • Pflege und Einsatz originaler Konzertliteratur
  • Alljährliche Einspielungen für den Südd. Rundfunk und Bayr. Rundfunk ab 1961
  • Konzertreisen ab 1961 nach Belgien, Irland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Dänemark, England, Ungarn, DDR, Kanada und Amerika.
  • Durchführung internationaler Musikfeste (1963 – 1990) und alljährliche Großkonzerte mit ausländischen Gastkapellen
  • Regelmäßige erfolgreiche Teilnahme an Wertungsspielen Ober- und Höchststufe
  • Alljährliche Konzertreisen ins In – und Ausland
  • Wiederaufbau der Stadtkapelle Sonthofen und 12 Jahre Dirigent
  • Musikalische Umrahmung kommunaler und militärischer Festlichkeiten
  • Langjähriger Aufbau der Jugendarbeit im Bez. 2 des ASM
  • Einführung und Leitung von Jugendleiterlehrgängen
  • Einführung und Leitung von Ausbilderlehrgängen
  • Referent bei Fachtagungen und Versammlungen
  • Dozent bei Dirigentenlehrgängen
  • Aufbau und Einführung der A, B und C-Prüfungen für jugendliche Musiker
  • Einführung von Jugendwettbewerben bis auf Landesebene (heutige Kammermusikwettbewerbe)
  • 30 Jahre Wertungsrichter im In- und Ausland
  • 55 Jahre im Dienste der „Musica sacra“ als Kontrabassist
  • 30 Jahre Mitglied des Kreistages Oberallgäu
  • Initiator für Gründung der Musikschule Sonthofen
  • Gründungsmitglied der SFZ und der Ges. „Freunde der Musik“

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